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Finanz-Blog
Anders Tandberg-Johansen

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Erling Haugan Kise

Erling Haugan Kise

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Das Interesse an Online-Shopping und neuen technologischen Gadgets ist im Zuge der Aufhebung von Reisebeschränkungen, Alkoholverboten und Videokonferenzen weiterhin deutlich zurückgegangen. Dies stellt aktuell einen kurzfristigen Gegenwind für Technologie-, Medien- und Telekommunikationsaktien dar, was sich aber nach Abklingen der Börsenturbulenzen stabilisieren sollte. Gleichzeitig steigen die Zinsen weiter und Investoren setzen derzeit auf profitables Wachstum statt nur auf Umsatzwachstum. Ein großer Teil des Rückgangs der Tech-Indizes wird von den Unternehmen getrieben, die heute kein Geld verdienen. Über 40 Prozent der Unternehmen im technologielastigen Nasdaq-Index sind mehr als 50 Prozent von ihrem Höchststand in den letzten 12 Monaten gefallen.

Nach Grand Theft Auto und NBA2K: Die Pipeline an hochkarätigen Spielen ist voll

Besondere Investmentchancen sehen wir derzeit in Videospielunternehmen. Dieser Sektor hat eine sehr attraktive Demografie, da das Durchschnittsalter des Spielers immer noch mit 33 Jahre sehr niedrig ist, verglichen mit einem Durchschnittsalter von knapp unter 50 Jahren für die Konsumenten traditioneller Medien wie z. B. Fernsehen. Dem Sektor sollte deshalb eine lange Wachstumsphase bevorstehen. Trotzdem wurde der Sektor hart getroffen, und aus unserer Sicht sind die Unternehmen so bewertet, als ob das Wachstum der Vergangenheit angehöre. Dadurch entstehen aktuell gute Investitionsmöglichkeiten. Während Videospiele 1,5 Prozent des Referenzindex des Fonds ausmachen, haben wir jetzt über 10 Prozent des Fonds in die größten Unternehmen in Nordamerika, Japan und Europa investiert. Wir interessieren uns u.a. für American Take Two Interactive, und haben hier in diesem Jahr in Aktien investiert. Take Two Interactive besitzt erfolgreiche Titel wie Grand Theft Auto, NBA2K und Red Dead Redemption. Das Unternehmen wird vom vielleicht besten CEO der Branche geleitet und hat eine große Pipeline von AAA-Spielen, das bedeutet hochkarätige Spiele mit großen Budgets. Und mit der kürzlichen Übernahme von Zynga bewegt sich das Unternehmen mit Hochdruck im Handyspiele-Segment. Trotz eines sehr attraktiven Setups bis ins Jahr 2023 notiert die Aktie 20 Prozent unter dem historischen Durchschnitt.

Ein weiterer Bereich mit Potenzial, da wir diesen als stabil und mit einer weiterhin starken Nachfrage sehen, ist Business-Software. Die Pandemie hat das große Digitalisierungsbedürfnis in Unternehmen verstärkt, was zu einem soliden Wachstum bei Unternehmen wie Microsoft, SAP und Salesforce führt.

Skeptisch gegenüber Halbleitern

Obwohl wir kürzlich über 150 Millionen NOK in die norwegische Nordic Semiconductor investiert haben, sehen wir die Halbleiterindustrie insgesamt skeptisch. Auf der positiven Seite hat die Konsolidierung zu hohen Margen und weniger zyklischen Aktivitäten als zuvor geführt, und dies deutet darauf hin, dass die Branche über dem historischen Durchschnitt gehandelt wird. Gleichzeitig hat der übermäßige Konsum von Waren, insbesondere im Elektronikbereich, während der Pandemie zu einem Superzyklus von Investitionen in Produktionskapazitäten geführt, der seinesgleichen sucht. Nationale Belange sowie der Wunsch, die Halbleiterproduktion aus dem Osten in die USA und nach Europa zu verlagern, haben die Nachfrage angeheizt.

Taiwan Semiconductor, der weltweit größte Akteur in der Halbleiterfertigung, hatte vor der Pandemie jährliche Investitionsausgaben von etwa 10 Milliarden US-Dollar. Bis 2021 war diese Zahl auf 30 Milliarden Dollar gestiegen, und in diesem Jahr werden es voraussichtlich 42 Milliarden Dollar sein. Diese Kapazität wird zur gleichen Zeit verfügbar, in der sich der Halbleiterzyklus bereits gedreht hat. Wir glauben, dass auf diesen Superboom ein „Superbust“ folgen wird, und obwohl der schwere Halbleiterindex SOX 30 Prozent unter seinem Höchststand liegt, sehen wir eine hohe Wahrscheinlichkeit für weitere Rückgänge.

Ausblick

Unserer Ansicht nach wird sich die Technologie langfristig weiterhin besser entwickeln als der breitere Markt, angetrieben sowohl von Innovationen als auch davon, dass sich die Technologie in traditionellen Industrien ausbreitet. Bereits im nächsten Jahr werden wir deutlicher beobachten können, wie diese Trends in einer Covid-normalisierten Welt aussehen. Die könnte zu einem erneuten starken Interesse der Anleger an diesem Sektor führen.

* Seit der Auflegung des DNB Fund Technology 2001 hat der Fonds eine jährliche Rendite von 17 Prozent erwirtschaftet. Der Fonds hat im Jahr 2022, in dem der Technologiesektor nach einer langen und pandemiebedingten Börsenparty hart abgestraft wurde, deutlich besser abgeschnitten als seine Mitbewerber. Während der Referenzindex MSCI World Technology um über 25 Prozent gefallen ist, hat der DNB Fonds seit dem Jahreswechsel gerade mal 5 Prozent verloren.

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