Disruptive Technologie in der Praxis: Von Satelliten zu Ihrer Straße und Ihrem Zuhause
In diesem Webinar geben Audun W. Iversen und Emilie Engen, Manager bei DNB Disruptive Opportunities, zusammen mit Jorgen Mork einen aktualisierten Überblick darüber, wie künstliche Intelligenz, autonome Systeme und Energiebedürfnisse sowohl die Wirtschaft als auch Investitionsmöglichkeiten beeinflussen. Das Thema ist insbesondere jetzt von Bedeutung, da mehrere Technologien scheinbar von der Entwicklungsphase in eine breitere kommerzielle Nutzung übergehen.
Ein Fonds für große strukturelle Veränderungen
DNB Disruptive Opportunities wurde 2019 gegründet, mit einer klaren Investitionsidee: Unternehmen zu identifizieren, die von Technologien profitieren können, die die Art und Weise verändern, wie Arbeit, Produktion und Wertschöpfung organisiert werden. Laut Audun und Emilie betrifft dies hauptsächlich Maschinen – sowohl digitale als auch physische – die Aufgaben übernehmen, die zuvor von Menschen entweder mit ihren Händen oder ihren Köpfen erledigt wurden.
Seit seiner Gründung hat der Fonds erhebliche Wertschwankungen erfahren, die ebenfalls Teil der Strategie sind. Die Portfoliomanager betonen, dass der Fonds nicht das gesamte Portfolio für die meisten Investoren darstellen soll. Gleichzeitig zeigt die Geschichte, dass die Strategie über die Zeit hohe Renditen gebracht hat.
Seit seiner Gründung hat der Fonds im Durchschnitt nahezu 19 Prozent jährliche Rendite erzielt, trotz Perioden erheblicher Marktturbulenzen.
Wenn neue Technologien durchstarten
Ein zentraler Bestandteil der Arbeit des Managementteams besteht darin, zu bewerten, wo im Entwicklungszyklus sich verschiedene Technologien befinden. Audun beschreibt dies anhand eines einfachen Modells der Technologie-Reifung: Neue Lösungen benötigen oft lange, um in Gang zu kommen, bevor sie plötzlich in rasantem Tempo übernommen werden, wenn sie gut, stabil und ausreichend erschwinglich werden. Historische Beispiele veranschaulichen diesen Punkt.
Vier Technologien im Fokus
Audun und Emilie heben vier Technologieplattformen hervor, die für die Zukunft besonders wichtig sind. Die am weitesten fortgeschrittene ist künstliche Intelligenz in Form von digitalen Agenten – Software, die Aufgaben unabhängig ausführen, Code schreiben und mit anderen Systemen zusammenarbeiten kann. Dieser Bereich hat im vergangenen Jahr erheblich zur Entwicklung des Fonds beigetragen und hat auch zu erheblichen Investitionen in die KI-Infrastruktur geführt.
Selbstfahrende Technologie wird als der nächste Schritt betrachtet. In Teilen der USA sind bereits fahrerlose Autos im Einsatz, und in Europa laufen regulatorische Prozesse, die den Weg für eine breitere Nutzung ebnen könnten. Laut Audun ist die Technologie weitgehend bereit, und was bleibt, sind Genehmigungen. Sobald diese erteilt werden, könnte die Übernahme schnell erfolgen.
Humanoide Roboter befinden sich noch in einer frühen Phase. Der Fonds hat sich daher entschieden, kleine Positionen bei Lieferanten zu halten, die Komponenten bereitstellen, anstatt stark in Endprodukte zu investieren. Ein potenzieller Wendepunkt könnte bereits später in diesem Jahr kommen, wenn neue Generationen solcher Roboter praktisch demonstriert werden.
Die vierte Plattform ist Sprachsteuerung und natürliche Sprache, die es ermöglicht, direkt mit Maschinen zu kommunizieren. Dies senkt die Barriere für die Nutzung und kann verändern, wie sowohl Verbraucher als auch Unternehmen mit Technologie interagieren.
Energie als limitierender Faktor
Ein wiederkehrendes Anliegen im Webinar ist der Zugang zu Energie. Rechenzentren und KI-Lösungen benötigen zunehmend mehr Strom, und mehrere Projekte in den USA sind bereits verzögert, weil das Stromnetz nicht über die erforderliche Kapazität verfügt. Dies hat zu einem erhöhten Interesse an alternativen Energielösungen geführt, einschließlich lokaler Energiesysteme und netzferner Lösungen.
Audun weist darauf hin, dass Energie der bedeutendste Engpass für die weitere technologische Entwicklung werden könnte, während gleichzeitig neue Investitionsmöglichkeiten in Infrastruktur und Energieproduktion eröffnet werden.
Ein Markt in Bewegung
Trotz geopolitischer Unruhen, Unsicherheiten bei den Zinssätzen und kurzfristigen Schwankungen glaubt Audun, dass die langfristigen technologischen Trends intakt bleiben. Die Bewertungen vieler führender Technologieunternehmen sind derzeit erheblich niedriger als während der Dotcom-Ära, während das Gewinnwachstum stark ist.
