Grüne Energiewende: Langfristige technologische Treiber im Blickfeld
Technologischer Fortschritt ist der Motor für eine emissionsfreie Weltwirtschaft. Welche Rolle spielen dabei Wasserstoff & Co.?

Wasserstoff ist nach Meinung von vielen Experten das neue, zukünftige Öl. Bis 2050 könnte der weltweite Markt ein Umsatzvolumen von bis zu 2,5 Billionen Dollar erreichen, so eine Berechnung der Unternehmensberatung McKinsey. Neben der Reduzierung der Emissionen sind vor allem die steigende globale Nachfrage nach nachhaltig erzeugten Energien sowie die Entwicklung hin zu einer Kreislaufwirtschaft die langfristigen Treiber. Nochmals beschleunigt wird dieser Trend von der Politik mit der Ankündigung eines grünen Konjunkturprogramms, während zugleich die Anstrengungen im Rahmen des Pariser Abkommens verstärkt werden.
In 2020 führte eine ausgeprägte Neubewertung der Wasserstoffaktien zu einem deutlichen Kursanstieg. Seit Jahresanfang hat sich die Euphorie wieder abgekühlt. Insgesamt befinden wir uns erst am Beginn der "grünen" Energiewende und „grüner“ Wasserstoff erfährt einen starken regulatorischen Schub. Er ist der Schlüssel zu Wirtschaftszweigen, in denen die Emissionen ansonsten schwer zu reduzieren sind. Darüber hinaus wirken sich der günstige Ökostrom und die zunehmenden Skaleneffekte in der Industrie degressiv auf die Kosten aus. Andererseits wird die Branche in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts noch stark von Subventionen abhängig sein, die in der Regel ein nicht unerhebliches Mass an Volatilität aufweisen.
Bau und Betrieb von Gebäuden spielen entscheidende Rolle
Mit Blick auf die Subsektoren wächst die Nachfrage nach Solar- und Onshore-Windturbinen mit dem technologischen Fortschritt sowohl in bestehenden als auch in neuen Märkten weiter und erhöht den Wettbewerb. Dies ist der eigentliche Motor für die Elektrifizierung der Weltwirtschaft, die auch der Schlüssel zu einer emissionsfreien Zukunft ist. Heute werden noch 80 % der Energie aus fossilen Quellen gewonnen. Im Jahr 2050 hingegen werden rund 80 % der Energie aus Strom stammen, der aus erneuerbaren Energien gewonnen wird.
Wichtig bleibt zudem die Energieeffizienz. Dies manifestiert sich vor allem in den drei Bereichen Transport, Industrie und Bau. Der Bausektor ist derzeit am attraktivsten, da er durch seine günstige Bewertung stark unterstützt wird. Ausserdem verbessern sich die Wachstumsaussichten angesichts der Infrastrukturpakete, die von der EU und den USA erwartet werden, um die Wirtschaft nach der Pandemie zu stimulieren und gleichzeitig die Emissionen zu reduzieren. Der Bau und Betrieb von Gebäuden - für 30 bis 40 % des weltweiten Endenergieverbrauchs und der energiebedingten CO2-Emissionen verantwortlich – wird eine entscheidende Rolle spielen.