Novo Nordisk und Eli Lilly: Adipositas-Medikamente mit enormem Wachstumspotenzial
Novo Nordisk, Dänemarks größtes börsennotiertes Unternehmen, ist an einem Tag um fast 18 Prozent gestiegen, jetzt hat es einen Aktiensplit gegeben. Die Aufteilung der Aktie könnte die Liquidität ein wenig verbessern, was sich wiederum positiv auswirken könnte.

Fettleibigkeit gilt als Lifestyle-Krankheit. Da immer mehr Menschen Zugang zu energiereicher Nahrung haben und wir mehr sitzende Tätigkeiten ausüben, haben sich Fettleibigkeit und Übergewicht nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit 1975 verdreifacht. Die Folgen von Fettleibigkeit sind u.a. Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Interesse an der Adipositasforschung hat in den letzten 20 Jahren zugenommen und es wurden mehr als 50.000 wissenschaftliche Artikel zu diesem Thema veröffentlicht. Es gibt viele große und kleine Unternehmen, die an Medikamenten gegen Fettleibigkeit forschen. Erst vor wenigen Tagen hat Novo Nordisk ein kleineres kanadisches Unternehmen übernommen, das auf dem Gebiet der Adipositasforschung tätig ist.
Fettleibigkeit kostet bereits 2,8 Prozent des globalen BIP
Experten sind sich einig, dass der Adipositasmarkt ein enormes Wachstumspotenzial hat. Aktuelle Schätzungen gehen von einem Marktvolumen von über 100 Milliarden US-Dollar bis 2030 aus. Die durch Fettleibigkeit verursachten jährlichen Kosten werden auf 2,8 Prozent oder 14.000 Milliarden NOK des globalen BIP geschätzt. Als Novo Nordisk, das vor allem für seine Diabetesmedikamente bekannt ist, einige Ergebnisse einer Studie über das Adipositas-Medikament Wegovy veröffentlichte, schoss der Aktienkurs um 18 Prozent in die Höhe. Nun stellt sich die Frage, ob die Select-Studie die Messlatte für die Adipositas-Produkte anderer Marktteilnehmer so hoch gelegt hat, dass es schwierig werden könnte, zu den Marktführern Novo Nordisk und Eli Lilly aufzuschließen.
Die Ergebnisse der Select-Studie zeigen, dass bei 20 Prozent der Patienten, die Wegovy erhielten, die Zahl der Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückging, was bedeutet, dass die Behandlung von Fettleibigkeit sowohl Krankheiten als auch mögliche Folgen verhindert, die der Gesellschaft Kosten verursachen. Die Ergebnisse der Select-Studie deuten darauf hin, dass staatliche Krankenversicherungen eher bereit sein könnten, die Behandlung zu übernehmen. Wenn der öffentliche Sektor die Behandlung übernimmt, wird der Markt noch größer sein als bei privater Finanzierung. In den nächsten zwei Jahren werden sowohl Eli Lilly als auch Novo Nordisk wahrscheinlich alles verkaufen, was produktionstechnisch möglich ist, da die Nachfrage hoch ist und die Unternehmen nicht genug produzieren können, um den gesamten Markt zu versorgen. Diese Nachfrage könnte sich auch positiv auf die Zulieferer in der Wertschöpfungskette beider Unternehmen auswirken.