Rentenmärkte 2025: Sanfte Landung oder neue Herausforderungen?
Svein Aage Aanes, unser Head of Fixed Income, wirft einen Expertenblick auf die Rentenmärkte 2025. Trotz geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten zeichnet sich ein Jahr ab, das von Stabilität, moderaten Zinssenkungen und neuen Chancen geprägt sein könnte.

Vor dem Hintergrund der geopolitischen Spannungen in diesem Jahr und den zahlreichen wichtigen Wahlen ist die größte Überraschung aus Rentenmarktsicht das Ausbleiben größerer Volatilität. Die Inflation hat sich im Großen und Ganzen gut entwickelt und entsprach den Erwartungen. Andere makroökonomische Daten schwankten dagegen ein wenig, was zu Bewegungen bei den Zinssätzen führte, da der Markt die Geschwindigkeit und den Umfang weiterer Zinssenkungen anders einschätzte. Insgesamt sind die US-amerikanischen und norwegischen Zinssätze im Jahresvergleich leicht gestiegen, während die schwedischen und europäischen Zinssätze leicht gesunken sind. Das Szenario der sanften Landung dominierte weiterhin die Marktberichterstattung, und die relativ günstigen wirtschaftlichen Entwicklungen waren wichtiger als die zunehmende geopolitische Unsicherheit, was zu recht starken Aktien- und Kreditmärkten führte. Die Kreditspreads haben sich weitgehend normalisiert und es herrschte eine recht geringe Volatilität.
Kaum Anzeichen einer Rezession
Wie schon zu Beginn des Jahres 2024 ist es nicht schwer, Punkte zu finden, über die man sich Sorgen machen muss, wenn man auf das Jahr 2025 schaut. Geopolitische Risiken werden immer weiter bestehen und könnten sich mit einer neuen und unerprobten Regierung in den USA sogar noch erhöhen. Die Welt wird sich auf eine möglicherweise neue Handels- und Innenwirtschaftspolitik in den USA einstellen müssen, und in Europa stehen Anfang 2025 die Wahlen in Deutschland an. Positiv zu vermerken ist, dass sich die Inflation wahrscheinlich weiter abschwächen wird, was Spielraum für weitere Zinssenkungen sowohl in den USA als auch in Europa zulässt. Das Wirtschaftswachstum wird in den USA moderat und in Europa recht schwach sein, aber es gibt kaum Anzeichen für eine Rezession. In diesem Szenario könnten sich die Zinssätze in ihrer Spanne bewegen oder sogar etwas sinken. Die Kreditspreads könnten recht eng bleiben, was zu einer anständigen Performance von Anleihen führt. Der Spielraum für eine weitere deutliche Verengung der Kreditspreads ist jedoch recht begrenzt.
Negative Korrelation zwischen Anleihen und Aktien ist zurück
Wir sind der Ansicht, dass die negative Korrelation zwischen Anleihen und Aktien zurückgekehrt ist, und wir dafür im Sommer dieses Jahres ganz klare Anzeichen dafür gesehen haben. In diesem Umfeld ist das Wirtschaftswachstum und nicht die Inflation das Hauptrisiko für Aktien und Anleihen, welche somit wieder eine gute Diversifizierung des Aktienrisikos darstellen.