Textilwirtschaft verantwortet 20% der weltweiten Wasserverschmutzung
80 % der Verschmutzung gelangt über Flüsse und Wasserstraßen in die Ozeane. Unternehmen aus verschiedenen Branchen haben dies als Chance begriffen und Technologien zur Verringerung der Verschmutzung entwickelt.

60 bis 70 Millionen Menschen arbeiten in der Textilindustrie, die einen Wert von ca. 2,4 Billionen US-Dollar besitzt. Laut WWF ist Baumwolle das weltweit am weitesten verbreitete Non-Food-Produkt, das mehr als 250 Millionen Menschen ernährt und 7 % aller Arbeitskräfte in Entwicklungsländern beschäftigt.
Laut WRI werden schätzungsweise 5 Billionen Liter Wasser für den Färbeprozess verbraucht, und schätzungsweise 48-144 Milliarden Quadratmeter Stoff aus Fabrikabfällen landen jedes Jahr auf der Mülldeponie. Für die Herstellung einer einzigen Jeans werden bis zu 10 000 Liter Wasser benötigt, für die Herstellung eines Baumwollhemds etwa 2500 Liter. Insgesamt ist die Industrie für 20 % der weltweiten Wasserverschmutzung verantwortlich, das ist genug Wasser, um den Durst von 110 Millionen Menschen ein ganzes Jahr lang zu stillen.
Abfall und Kreislaufwirtschaft sind zu einem wichtigen Thema geworden, da die Gesamtmenge der Textilabfälle seit 1960 um das 8-fache gestiegen sind, wobei nur 15 % recycelt, jedoch 85 % verbrannt oder auf Deponien entsorgt werden. Was die Kohlenstoffemissionen betrifft, so ist die Branche für ~7-10 % der jährlichen weltweiten Emissionen verantwortlich - das ist mehr als alle internationalen Flüge und die Seeschifffahrt zusammen. Bis 2030 werden diese Treibhausgasemissionen um mehr als 50 % ansteigen.
Das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Abkommens bedeutet, dass die Klimaauswirkungen bis 2050 gegen Null gehen müssen, was wenig bis gar keinen Raum für Netto-THG-Emissionen aus der Produktion, dem Transport, der Wäsche oder der Abfallbewirtschaftung von Textilien zulässt. Im Vergleich zu Sektoren wie Kunststoffe, Glas und Metall ist die Textilindustrie bei der Umstellung auf eine Kreislaufwirtschaft sehr spät dran. Weniger als 1 % aller Textilien weltweit werden zu neuen Textilien recycelt. Das bedeutet, dass sich die Branche stärker auf die Nachhaltigkeit konzentrieren muss.
Schlüsselbereiche zur Verringerung der Umweltverschmutzung
Es gibt mehrere Beispiele für die Verringerung der Umweltverschmutzung und die Entwicklung einer umweltfreundlicheren Textilindustrie, die sich in vier Schlüsselbereiche unterteilen lassen:
1) Neue Geschäftsmodelle zur Verlängerung der Lebensdauer von Kleidungsstücken