Unser Core Satellite Ansatz #1
Tech Aktien im Höhenflug-Risiken richtig steuern
-von unseren Experten: Hagen-Holger Apel & Alexander Krebs

Der Kursanstieg der Technologie-Schwergewichte Amazon, Apple & Co. scheint keine Grenzen zu kennen. Bis zuletzt: Nachdem sich der Nasdaq-Index seit den März-Tiefs fast verdoppelt hatte, kam es zu einer ersten Korrektur. Anleger könnten mit einem Core-Satellite-Ansatz gegensteuern und auf Ausgewogenheit im Portfolio achten.
Immer mehr Anleger fragen sich angesichts der steilen Aufwärtsbewegung der US-Wachstumsaktien, ob die Märkte auf eine Dotcom-Blase 2.0 zusteuern. Doch ist diese Gefahr real? Ein genauer Blick hinter die Kulissen zeigt, dass es zum jetzigen Zeitpunkt zu früh wäre, ein Ende der positiven Entwicklung anzunehmen. Der US-amerikanische Technologiesektor wird aktuell so hoch bewertet wie seit dem Platzen der Tech-Bubble kurz nach der Jahrtausendwende nicht mehr, doch unabhängig von hohen Bewertungsniveaus ist klar, dass die technologische Entwicklung voranschreiten wird
Schaut man etwas genauer hin wird deutlich, dass die Hausse in erster Linie von den omnipräsenten FAANGs (Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google) getragen wurde – was zu einer sich mehr und mehr verstärkenden Übergewichtung dieser auch als „Big Tech“ genannten Titel in den Indizes führte. Im S&P 500 etwa entfällt allein auf diese fünf Titel mehr als 20 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung. Bezogen auf den Nasdaq100 Index liegt ihr Anteil sogar bei fast 50% – ein Klumpenrisiko par excellence. Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten Anleger nicht bedenken, dass sie bereits über eine Vielzahl von Multi-Asset-, US- oder globalen Aktienfonds sehr stark an der Entwicklung dieser Titel partizipieren.
„Big Tech“ lenkt den Blick vom Wesentlichen ab
Dies bedeutet jedoch nicht, dass Investoren sich nun zwangsläufig von diesen Aktien trennen sollten. Allerdings führt die extreme Konzentration dazu, dass ein Portfolio weniger diversifiziert ist und somit mehr Risiken birgt. Zudem könnten Anleger, die zu stark in diesen Titeln engagiert sind, bei einer möglichen Renaissance der Value-Aktien auf dem falschen Fuß erwischt werden.
Die herausragende Kursentwicklung der „Big Tech“- Titel lenkt zudem von der tatsächlichen Entwicklung im Technologiebereich ab. Viele der bei den Anlegern beliebten Titel verfügen über attraktive Geschäftsmodelle und erzielen starke Erträge, doch letztendlich benötigen alle eine solide technologische Infrastruktur die auf Netzwerken, Hardware und Software beruht.