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Credit: Maja Kochanowska Unsplashed

Finanz-Blog
Hagen-Holger Apel

Hagen-Holger Apel

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Laut einer aktuellen Analyse weisen acht von zehn marktneutralen Aktienfonds im vergangenen Jahr eine negative Performance auf. Die längste Aufschwungphase des US-Blue-Chip-Index S&P 500 in der Börsengeschichte machte es für Long-Short-Fondsmanager extrem schwierig, auf der Shortseite Geld zu verdienen, zusätzlich reduzierte sich die Volatilität bis zum Spätsommer 2018 auf immer niedrigere Niveaus. Es ist also nicht erstaunlich, dass viele Long-Short-Aktienfonds in diesem Marktumfeld negativ performten. Aus diesem aktuellen Anlass schaut Hagen-Holger Apel auf die Erfolgsfaktoren marktneutraler Aktienstrategien, welche seit 2010 zum Kernangebot von DNB zählen:

Erfolgsfaktor 1: Auf wenige Sektoren setzen

Viele Kapitalanlagegesellschaften setzen auf ein breites Anlageuniversum. Es zeigt sich aber, dass sich ein Fokus auf einzelne Sektoren auszahlen kann. DNB Asset Management hat sich mit den Sektoren Technologie, Medien und Telekommunikation, kurz TMT, nur auf einen einzigen Bereich konzentriert. Die im Vergleich zu anderen Sektoren höheren Volatilitäten vor allem im Technologiesektor ermöglichen zusätzliche Renditechancen Eine sorgfältige bottom-up Aktienanalyse in Verbindung mit stärkeren Schwankungen in diesen Sektoren ermöglichen es, Überrenditen gegenüber der Benchmark (Alpha) zu erwirtschaften.

Die Strategie des DNB Fund – TMT Absolute Return basiert nicht auf auf Pair Trades innerhalb einer Branche. Viel wesentlicher ist es, die relative Bewertung einzelner Sektoren sowie der Einzeltitel zueinander zu berücksichtigen Aktuell scheint es, dass „high growth/high valuation“ nach Jahren der Outperformance von vielen Marktteilnehmern skeptisch betrachtet wird, während „value“ nach langer Underperformance wieder auf den Radar der Investoren kommt. Aber unabhängig davon bieten sich innerhalb des Anlageuniversums viele Chancen auf Basis der relativen Bewertungen. Daher waren die Portfolio Manager in 2018 auf der Shortseite vergleichsweise früh bei Titeln aus dem Halbleitersegment aktiv, die sie für deutlich überbewertet analysierten. Daneben hielten sie Long-Positionen in Ericsson und Lenovo, die einen deutlichen Beitrag zur positiven Jahresperformance liefert.

Erfolgsfaktor 2: Die richtige Titelselektion
Neben der Volatilität trägt die richtige Titelselektion dazu bei, Überrenditen zu erzielen. Mittels Bottom-up Stockpicker werden die Unternehmen auf Mikro-Ebene betrachtet und darüber hinaus Value-Komponenten berücksichtigt. „Wir sind daher nicht bereit, hohe Ertragsmultiples zu bezahlen oder uns an bloße Versprechungen zu halten. Mit anderern Worten: Wir kaufen nicht blind die Storys, sondern hinterfragen sie. Dabei achten wir auf den Erfolgsnachweis des Managements und darauf, ob die Firmen tatsächlich Gewinne erwirtschaften“, erklärt Hagen-Holger Apel.

Erfolgsfaktor 3: Abseits des Mainstreams handeln
Die Kernkompetenz eines Portfolio Managers sollte unter anderem darin bestehen, genau dorthin zu schauen, wo viele andere nicht hinschauen und nicht so zu handeln, wie der Mainstream es tut. So wurde der Grafikkarten-Hersteller Nvidia im Sommer 2018 mit dem Ergebnis analysiert, dass die Aktie überbewertet war. „Basierend auf dieser Einschätzung nahmen wir diesen Wert in unsere Shortpositionen auf – der massive Kursrückgang der Aktie um mehr als 50% hat sich für unser Portfolio sehr ausgezahlt“, so Apel weiter. Zum Eingehen von High-Conviction-Positionen, egal ob auf der Long- oder Short-Seite des Portfolios, gehört allerdings auch immer ein passendes restliches Portfolio. Das Hauptanliegen der Portfoliomanager ist dabei die strikte Kontrolle des Risikobudgets und der Portfoliovolatililtät.

Erfolgsfaktor 4: Short-Potenzial bei überbewerteten Titeln
Sich gegen den Markt zu stellen, kann indes auch bedeuten, bisweilen zu früh positioniert zu sein. Ericsson etwa gehörte zu den wenig gemochten Aktien des Universums und verlor nach unserer Portfolio-Aufnahme zunächst noch etwas an Wert. Trotz einiger Kritik der Anleger hielten die Portfolio Manager an dem Titel fest. Zwischenzeitlich zählte Ericsson jedoch zu den renditestärksten Positionen im Fonds. „Gleichwohl „verlieben“ wir uns nicht in Aktienpositionen: Entwickelt sich ein Unternehmen nicht gemäß unserer Erwartung, trennen wir uns schnell von der Position“, so Apel weiter. Die Kernaufgabe bleibt nach wie vor das Vermeiden zu großer Verluste, daher ist ein striktes Positionsmanagement erforderlich.

Noch stärkere Performance von Long-Short-Strategie in 2019 möglich
Mit Blick auf das aktuelle Jahr dürfte die wohl anhaltend hohe Volatilität die beschriebene Strategie begünstigen, insbesondere da bei einigen überbewerteten Titeln genügend Potenzial für Short-Engagements zu sehen ist. Gleichzeitig sind Technologieaktien mittel- bis langfristig als vielversprechend einzustufen – mit höheren Gewinnprognosen und besseren Margen als zahlreiche andere Sektoren wie etwa Industrieaktien, Banken oder Nicht-Basiskonsumgüter. Zu den größten Long-Positionen im DNB Fund – TMT Absolute Return zählt derzeit neben der Google-Muttergesellschaft Alphabet und Oracle auch die japanische Nintendo. Zudem bleibt Lenovo im Portfolio. Bleibt die Frage, welche Auswahlkriterien Anleger auf der Suche nach dem richtigen marktneutralen Aktienfonds besonders beachten sollten. Neben der Volatilität, die zwischen fünf und zehn Prozent liegen sollte, ist das Brutto-Exposure besonders wichtig. Es misst die Summe der Long- und Short-Engagements und sollte zwischen 160 bis 190 Prozent liegen. Denn je höher das Brutto-Exposure, desto volatiler und teurer könnte eine mögliche Schieflage werden.

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